Kunst – Stile

Abfolge von chronologisch geordneten und oft parallel verlaufenden Epochen und Stilen der europäischen Kunstgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart.

Antike | Romanik | Gotik | Rennaissance | Manierismus | Barock | Rokoko | Romantik | Realismus | Klassizismus | Impressionismus | Pointilismus | Symbolismus | Jugendstil | Expressionismus | Fauvismus | Kubismus | Orphismus | Abstrakte Malerei | Suprematismus | Konstruktivismus | Neue Sachlichkeit | Sozialistischer Realismus | Tachismus | Dadaismus | Abstrakter Expressionismus | Neo-Expressionismus, Junge Wilde | Pop Art | Minimal Art | Kinetische Kunst | Op Art Western Desert Art | Photorealismus | Hyperrealismus

Romanik (ca 950 – 1240 )

Der Begriff „Romanik“ für Architektur und Kunst in der Zeit zwischen ca. 950 – 1250 entstand erst um 1825. Er wurde vom französische
Kunsthistoriker de Gerville und auch von dem deutschen Kunstsammler Sulpiz Boisserée (1783-1854) geprägt. Romanik ist eine
mittelalterliche Stilrichtung Europas, die Kunst, Architektur und Bildhauerei prägte. Der Stil entstand nach dem Zerfall des römischen
Reichs und ist in allen Teilen Europas, wo die Römer ihre Provinzen hatten, aufzufinden.

Grob gesehen von 950 – 1240 (abhängig vom Gebiet/Land)

Gliederung:

  • Früh-Romanik (Ende 10. Jahrhundert bis 1070)
  • Hoch-Romanik (1070-1150)
  • Spät Romanik (1100-1150)

Die Übergänge sind fliessend und je nach Region zeitlich unterschiedlich einzuordnen. Beginn und Ende der Romanik sind in den
einzelnen Regionen jeweils unterschiedlich anzusetzen. In der Spät-Romanik baute man teils auch schon gotisch. Die Elemente der
beiden Richtungen begannen sich zu vermischten, bis sich der gotische Stile etabliert hatte.

Typische Merkmale der Romanik:

Architektur :

  • Hauptthema der Romanik ist der Sakralbau. Er diente als schützender Andachtsraum für die Christen, als Wahrzeichen
    des Ruhms der Stifterfamilien, als Schatzkammer für Reliquien und oft auch als Begräbnisstätte für Adlige und Bischöfe.
  • Romanische Kapellen dienten bei Angriffen auch als Festung.

Merkmale:

  • schlicht, schwer und wuchtig.
  • Kreuzgratgewölbe und Rundbögen sind bestimmende Stilelement. Runde Fenster, Portale, Friese.
  • Säulen, Kuppeln und Rundbogen hat man von der römischen Architektur, vor allem der Basilika (Gerichts-oder Handelshaus)
  • übernommen.

Die Verbreitung des Christentums in Europa im Frühmittelalter führte ab dem 8. Jh. zum Bau von Kirchen und Klöstern. Vorwiegend
irische und angelsächsische Mönche, die mit der Steinbautechnik bereits vertraut waren, trugen wesentlich zur Weiterentwicklung der
Steinbaukunst bei. Vor allem die Benediktiner- und Zisterzienser-Orden förderten den romanischen Kirchenbau. Ab dem 11. Jahrhundert
arbeiteten auch Conversi an den Bauwerken. Diese Männer, sogenannte Laienbrüder, wurden zu Steinmetzen ausgebildet, lebten im Kloster,
hatten aber kein Gelübde abgelegt.

romanische Krypta in Bretagne, Lanmeur
romanische Krypta in Bretagne, Lanmeur

Malerei :

  • Generell : Körperlose Darstellungen und fehlende räumliche Perspektive, oft ohne Hintergrund, also zeit und ortlos.

Im Grossformat:

  • Vorwiegend Bibelszenen, häufig mit Symbolkraft, gemalt auf Wänden in „Fresko Malerei“ (Farbe auf den feuchten Putz aufgetragen) mit Ergänzungen „al secco „ (auf den trockenen Grund aufgetragen.

im Kleinformat:

  • Bibelszenen auf Pergament in Büchern
geistliche Szene aus-La-Seu-dUrgell
Romanik, Malerei, geistliche Szene aus-La-Seu-dUrgell, Spanien
Romanik, Malerei mit weltlichem Motiv, Heinrich II
Romanik, Malerei mit weltlichem Motiv, Heinrich II
romanische Buchmalerei
romanische Buchmalerei

Plastik/Skulpturen: erste figürliche Gross-Werke entstehen.:

  • in Stein gemeisselt an den Wänden, Portalen und Säulen der Kirchen.
  • Der Braunschweiger Löwe (um 1166), älteste bekannte freistehende Großplastik des Mittelalters nördlich der Alpen
romanische Steinfigur, Relief an Kirchenmauer
romanische Steinfigur, Relief an Kirchenmauer, Engel
Braunschweiger_Loewe_Original_Brunswick_Lion
Braunschweiger_Loewe_Original_Brunswick_Lion

Glaskunst

Auch Kirchenfenster aus buntem Glas wurden gestaltet.
Romanische Glasmalerei hat sehr selten bis heute überstanden.
Die vier originalen Fenster mit großen Prophetengestalten im Augsburger Dom sind die älteste noch erhalten Fragmente.
Berühmt sind auch die Romanischen Glasfenster mit theologischem Programm der Abteikirche von Saint-Denis und der Kathedralen von Chartres und Canterbury.

Romanische-Glasfenster_Augsburger Dom
Romanische-Glasfenster_Augsburger Dom, Apostel

Musik

Minnesang: gesungene Liebes-Lyrik, vorgetragen von einem Ritter an eine meist adelige, hochverehrte Frau.
(z.Bsp. Walther von der Vogelweid: Ritter, Poet, Musiker, Komponist (1170 – 1230)

Inhalt der romanischen Kunst:

  • biblischen Geschichten
  • Mythen aus der germanischen und antiken Sagenwelt.

Man bedenke: Damals waren die meisten Leute Analphbeten. Um ihnen die Bibel verständlich zu machen, stellte man die Szenen in Bildgeschichten dar.

Geschichte

Im Jahr 400 kam es zu einem dramatischen Wandel im riesigen römischen Reich: die Römer verloren ihre Provinzen in West, Mittel- und Nordeuropa, weil sie durch die damals von Ost nach West einsetzende Völkerwanderung der Germanen massiv unter Druck gerieten.

Das Gebiet östlich des Rheins und nördlich der Donau, wo diese Stämme siedelten, wurde ja von den Römern als Germania magna oder Barbaricum bezeichnet. Die Germanen (Goten, Sachsen, Franken, Angelsachsen und andere), welche den Römer mit ihrer Widerspenstigkeit stets Sorgen bereitetet hatten, wollten sich weder unters Joch werfen noch integrieren lassen und begannen schliesslich nach Westen zu wandern und alles, was ihnen im Weg stand, entweder zu übernehmen oder kriegerisch zu unterwerfen. Die Vandalen, auch einer dieser plötzlich los wandernden germanischen Volksstämme, schafften es sogar bis nach Nordafrika. Später starteten sie von Afrika aus einen Eroberungszug nach Norden und zerstörten schliesslich die Stadt Rom vollkommen. (von da kommt das Wort Vandalismus).

Karl der Grosse

Nach dem Niedergang des römischen Reiches, trat im 8. Jahrhundert ein fränkischer (germanischer) König namens Carl aufs politische Parkett und machte von sich reden. Er reiste viel in seinen Ländereien umher und beabsichtigte, ein Reich zu errichten, das an Grösse und Macht dem untergegangen römischen Reich in nichts nachstehen sollte.

Durch Eroberungen, sei es durch Krieg oder Manipulation, konnte er sein Herrschaftsgebiet stetig erweitern. Sein Ziel war, sich zum Kaiser über alle ihm untertänigen Könige krönen lassen. Dazu brauchte er den Papst. Durch geschickte Manöver gelang es ihm, den Papst so weit zu beringen, ihn als von Gott eingesetzten Kaiser zu krönen. 

Seine Macht und sein Können/Geschick brachten ihm den Beinamen „Karl der Grosse“ ein.

Karl der Grosse war der erste, der nördlich der Alpen den Steinbau als Auftraggeber von den Römern übernahm. Damit begründete er sozusagen die Vorromanik.

Karl der Grosse wählte Aachen zum Mittelpunkt seines Reiches und liess sich dort ca. im Jahr 800 eine Kaiserpfalz mit dazugehörender Pfalzkapelle (Marienkirche) in Form eines Octagons (8 Ecken) errichten. Später  wurde das Gebäude erweitert und zum Kaiserdom ausgebaut. Um das Bauwerk zu errichten, holte sich Karl die Spezialisten dieser Baukunst aus dem Süden, weil das Wissen um diese Baukunst in seiner Gegend nur spärlich bekannt war.

Aachener Dom Rundkuppel-Octagon im romanischen Baustil
UNESCO Weltkultur Erbe

Aachen_Dom-Kuppel
Aachen_Dom-Kuppel, Foto Thomas Wolter , pixabay

Der Baustil des wunderbaren, heute noch gut erhaltenen Octagons ähnelt den Herrschaftskapellen aus dem byzantinischen Kulturbereich.

2 Beispiele für Octagon-Bauten  

– die im damaligen Konstantinopel (Istanbul) im 6. Jahrhundert erbaute Sergios und Bakchos Kirche, die heute eine Moschee ist, und

– die Kapelle in Ravenna (Italien)

Viele romanische Bauten gingen verloren, weil sie später durch gotische ersetzt wurden (besonders in Frankreich) oder von Heiden zerstört wurden, die sich dem Christentum widersetzten.

Einige bekannte romanische Bauten

Jahr 775: Convent St. Johann, gestiftet von Karl dem Grosse, Mustair, Graubünden, Schweiz

Jahr 910: Benediktinerkloster Abtei von Cluny, Burgund, Frankreich

1045: erster Bau der Westminster Abbey, London (heute zeigt sich die Kirche in gotischem Erscheinungsbild, weil später so viele gotische Erweiterungen gemacht wurden.

Man unterteilt die Baukunst der (Vor)-Romanik in 3  Epochen, genannt nach den Herrscherhäusern/Geschlechter, welche einander zeitlich folgten:

Merowingisch (bis 750)

Karolingisch (750-920)

Ottonisch (920-1024)

Gesellschaft/Gesetz:

„Recht“ und Gerichtsbarkeit im Mittelalter

Alamannisches Gesetzbuch von 717

Mit dem Zerfall des römischen Reiches wurde auch das römische Recht nicht mehr angewandt. Auch die althergebrachten germanischen Stammes-Rechte waren überholt. 717 schreib der alemannische Herzogs Lantfried ein lateinisches Gesetzbuch, das nun auch Einflüsse aus dem christlichen Gedankengut enthielt:

  • Kirchenasyl: Sklaven, die in eine Kirche flüchteten, durften nicht mehr belangt werden von ihren Herren. Vermittlung und Schlichtung durch Priester waren ihnen zugesagt.
  • Blutrache bei Mordfällen wurde teils durch Bussgeld ersetzt.
  • Sonntagsarbeit wurde verboten.

Fehden

Diese bewaffneten Auseinandersetzungen unter Rittern (zwischen Einzelnen oder Sippen), um eigene Rechtsansprüche durchzusetzen wurden zur allgemeinen Plage.
Im 11. Jahrhundert versuchte die Gottesfrieden – Bewegung die überhand nehmenden Fehden einzudämmen. Der deutsche König Heinrich III. griff die Idee auf und erliess Friedensgebote, die Fehden unter Strafe stellten. Im Ewigen Landfrieden von 1495 wurden die Fehden endgültig verboten.

Barbarische Prozesse, Folter und Strafen, „Gottesurteile“

aus: www.geschichte-schweiz.ch

„In Fällen, wo weder eindeutige Zeugenaussagen noch ein freiwiliges Geständnis vorlagen, wurde entweder versucht, ein Geständnis unter allerlei Foltermethoden zu erzwingen oder aber man verliess sich auf ein sogenanntes Gottesurteil: der Angeklagte wurde in einen Sack eingenäht in einen Fluss geworfen oder musste über glühende Kohlen gehen usw.: überstand er dies unverletzt, dann hatte Gott dem Unschuldigen geholfen, ansonsten ging man davon aus, dass der Schuldige die gerechte Strafe gefunden habe.

Auch die Vorstellungen davon, was eine gerechte Strafe sei, waren ganz anders als heute: Erhängen oder mit dem Schwert enthaupten waren noch vergleichsweise humane Hinrichtungsarten. Wer mehr Pech hatte, wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt, in kochendem Öl gesotten, auf ein Rad gespannt, bis die Knochen brachen und er erstickte, oder wie die burgundische Königin Brunhilde im Jahr 613 während drei Tagen gefoltert und dann von Pferden zu Tode geschleift.

Beginn des Hexenwahns : volkstümlicher Zauber- und Aberglaube (Flug auf dem Besen, Verwandlung in Tiere, böser Zauber), keltische Bräuche (Walpurgisnacht), Spekulationen der kirchlichen Theologie (Teufels- und Dämonenglaube) liessen den Hexenwahn erstehen.

Federführend waren dabei berühmte (und als Frauenverächter berüchtigte) Theologen wie Augustinus (354 – 430) und Thomas v. Aquin (1225 – 1274)

Mit dem Hexenhammer (Papst Innozenz VIII. [= „der Unschuldige“ !??!]) erlangte der Hexenwahn den Höhepunkt sowohl bei der Zahl der verfolgten Frauen wie auch bei der unmenschlichen Grausamkeit, mit der kirchliche (päpstliche) Inquisitoren [Untersuchungsbeamte] gegen unschuldige Opfer vorgingen. Es scheint, dass das Wissen weiser Frauen über Kräuter und „Hausmittel“ und besonders ihre Kenntnisse in der Empfängnisverhütung und Geburtshilfe als Gefahr für die Macht der Kirche betrachtet wurden.

Gotik (1150 – 1500)

Gotik ist eine stilgeschichtlich definierte Periode im Zeitraum 1150-ca.1500
Die Gotik folgte auf die Romanik.
Gotik ist also die 2. Ausdrucksform in Architektur-und Kunst im sogenannten Mittelalter und wird eingeteilt in Früh-Hoch und Spätgotik.

Das Christentum war nun fest verankert in Europa und die Mentalität der Menschen entwickelte sich weiter. Gerade im Sakralbau konnte man mit diesem neuen Stil dem Glauben und der Verehrung Gottes noch deutlicher Ausdruck verleihen.

Beginn:
Früheste Anzeichen des sich entwickelnden gotischen Stils findet man in Frankreich, von wo sich er Stil über ganz Europa ausbreitete.

Ab 12. Jh. in Frankreich: Fassade und Chor der Abteikirche von Saint-Denis (1130-44), es folgten viele andere.

kathedrale-saint-denis-paris
kathedrale-saint-denis, Nähe von Paris

https://i2.wp.com/help-tourists-in-paris.com/wp-content/uploads/2016/10/Rosette-Saint-Denis-Basilika-Paris-1024×768.jpg?resize=1024%2C768

Ab 12. Jh. England : Mit dem Chor der Kathedrale von Canterbury (1174-84), es folgten viele andere.

Ab 12. Jh. In der heutigen Schweiz: Kathedrale von Lausanne mit ca. 1190 errichtetem Binnenchor (das erste vollentwickelte Beispiel von Gotik auf dem europ. Kontinent ausserhalb Frankreichs und Spaniens), es folgten viele andere.

Ab 13. Jh. Im heiligen römischen Reich (Deutschland): 1235 mit der Elisabethenkirche in Marburg, es folgten viele andere

Der Gotische Stil fand seine höchste Ausdrucksform in den Kathedralen.
Die bedeutendsten Sakralbauten Westeuropas sind heute noch die augenfälligsten Zeugen dieser Epoche.
Kathedralen waren Gesamtkunstwerke von Architektur, Glasfenster/Glasmalerei und Plastiken/Skulpturen.
Aber nicht nur in der Architektur, sondern auch in allen anderen Kunstformen fand die Gotik ihre Ausprägung.

Die Idee, die diesen Stil hervorbrachte:

Licht und Raum sollen das Gefühl von Erhabenheit und Nähe zu Gott vermitteln. Hochstrebende, spitz zulaufende Türmen, schlanke hohe Säulen und in die Höhe gezogenen Bögen, dazu filigrane Buntglasfenster vermitteln das Gefühl von Leichtigkeit. Das Gefühl dieses Hochstrebens verdeutlicht sich in der Betonung der Vertikalen.
Wände, die in der vorangegangen Romanik als Schutz gegen das Böse gechlossen waren, werden in der Gotik aufgebrochen und mit grossen, hohen Fenstern versehen, damit möglichst viel Licht einströmen kann.
Im Gegensatz zur Romanik, wo viele Räume aneinander gereiht waren, soll der Innenraum einer gotischen Kirche eine Einheit bilden.
Der typisch romanische Rundbogen wird vom typisch gotischen Spitzbogen abgelöst.

Eine solche Bauweise verlangt natürlich statisch ein anderes Vorgehen als bisher. Die Wände müssen mit Säulen gegliedert werden, die ihr Gewicht wiederum über Bögen auf andere Säulen übertragen. Nur so können die gewaltigen Kräfte aufgefangen werden.

Die gotische Skelettierung der Mauersubstanz führt zu Eleganz und vermittelt den Eindruck von Leichtigkeit.
Die Säulen und Pfeiler symbolisierten die Apostel und Propheten, die den christlichen Glauben tragen. Der Schlußstein, der eine Mauer mit der anderen verbindet, sollte Jesus versinnbildlichen.

Woher kommt der Begriff Gotik?

Der italienische Renaissance Künstlerbiograph Giorgio Vasari, den man als Begründer der Kunstgeschichte bezeichnet, nannte die 2. Stil-Epoche des Mittelalters die “arte gotica“, Kunst der Goten. Die Goten, eine germanische Völkergruppe (Barbaren) waren ja bekanntlich die Feinde Italiens.

In der auf die Gotik folgende Renaissance wollte man sich vom Mittelalter abgrenzen, in dem man sich wieder den antiken Idealen zuwandte und sich von den Architekturströmungen, die vorallem nördlich der Alpen vorherrschten, distanzierte.
Weil die Renaissance in Italien so schnell zur Blüte kam, verschwand die Gotik dort bereits im 14. Jh.

Gotik in der profanen Welt:
die Idee dieses Hochstrebens und der Leichtigkeit mit Spitzchen und Türmchen liess sich in voller Ausgestaltung nicht auf profane Wohn- und Regierungsgebäude übertragen.

Bildhauerei und Malerei
gotische Bildhauerei und Malerei gab es erst ab ca. 1220.
Ab dann begann eine feingliedrige, körperbetonte Darstellung des Menschen.
Ab 1240 verlieh man den Menschen eine starke Mimik und eine ausgeprägte Gebärde.

Renaissance 1350-1600 (grob 15. und 16. Jahrhundert)

In Kürze:
Die Renaissance löste die Gotik ab.  
Sie steht zwischen Mittelalter und Neuzeit.
Man empfand das starre Mittelalter mit all den Verboten durch die Kirche als sinnesfeindlich, einschränkend und rückständig.

Renaissance heisst Wiedergeburt (aus dem Wort „re“ (wieder ) und la naissance (die Geburt).

In den Künsten, der Philosophie, der Rechtsprechung und der Wissenschaft galten nun die Ideale, Werte und Errungenschaften der Antike, also der alten Griechen und Römer als erstrebenswert.

Der Mensch als Individuum und eigenständige Persönlichkeit wird ins Zentrum gestellt.
Er begann über sich selber nachzudenken und sich selbst ins Zentrum der bildlichen Darstellung zu rücken. Der Verstand sollte ihn leiten.

Zentralperspektive, Proportionen und Geometrie kamen zur Anwendung, wie es schon die Griechen und Römern der Antike getan hatten.
In Gemälden und Skulpturen erlaubte man sich Nacktheit darzustellen, welche zuvor höchstens bei Bildern von Adam und Eva (mit Schambedeckung) erlaubt war.
Wirklichkeitsnähe wurde wichtiger als christliche Symbolik.
Darstellung von Szenen aus der antiken Mythologie gewannen an Bedeutung.
Dank Erforschen der Anatomie konnte der Mensch so dargestellt werden, dass Muskeln und Rundungen deutlich sichtbar waren.
Grössenverhältnisse (Proportionen) wurden eingehalten.
Die klassische Schönheit soll dargestellt werden.

Wandel in der Kunst:

Allgemein:
Darstellung der Klassischen Schönheit
Zentralperspektive und Proportionen
Einbezug der Natur und Landschaft ins Bild
Entstehung des (Selbst)-Portraits
Nachahmung antiker Baukunst

Malerei:
Malen mit Oelfarben

Die Wissenschaft sollte in allen Bereichen vorangetrieben werden. Man tüftelte an Erfindungen und machte Entdeckungen.
Damit begann die Diskrepanz zwischen dem „Glauben“ (Gottgegenbenem) und dem Erkennen.
Die Öffnung des Geistes führte zum „Humanismus“, der zur theoretischen Grundlage im Denken wurde.

In der Renaissance fand die Reformation statt. (Kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 bis 1648, die im Laufe der Zeit zur Spaltung der Kirche in verschiedene  Konfessionen führte.

Künstler der Renaissance brachten grossartige Kunstwerke, Gemälde und Bauwerke hervor.

Renaissance in Italien

Die Renaissence begann in Italien, in den florierenden Stadt-Staaten Florenz und Venedig wie auch in Rom und breitete sich bis zu ihrem Ende um ca 1600  allmählich auf das restliche Europa aus.

Malerei
Die Malerei der Renaissence (1530-1600) widmete sich dem Schmücken der Kirchen, Kathedralen und Klöster mit Altarbildern und Wanddekorationen.
Erst in der Spät-Renaissence tauchten auch Landschaftsbilder, Alltagsszenen, Stilleben und Portraits auf.

Fresco: In Italien wurde die Kunst der Fresco Malerei neu belebt. Sie wurde nun oft anstelle eines Mosaikes verwendet.

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Grosse Meister, Künstler und Universalgenies der italienischen Renaissance

Leonardo da Vinci: (Universalgenie)
Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur, Naturphilosoph

Gemälde:
Mona Lisa, 1503
Das Abendmahl (1498)
Verkündigung an Maria (1472)
etc.

Michelangelo (Buonarotti) :
Maler, Bildhauer, Architekt, Dichter:

Skulpturen:
David (1504) in Florenz,
Römische Pietà (1499)
Moses (1515)

Gemälde:
Decke der sixtinischen Kapelle in Rom (1512)
Das Jüngste Gericht (1541) Wand Gemälde
Erschaffung Adams (Gemälde)
etc.

Raffaello:
Maler , Architekt

Gemälde
Sixtinische Madonna (1512) Altarbild, Öl auf Leinwand
Die Schule von Athen (Fresco)
etc.

Sandro Boticelli (1445 – 1510 ) Florenz

Gemälde:
Geburt der Venus (allegorische Darstellung der griechischen Mythologie)
Der Frühling
etc.

Tizian (1488-90 – 1576) Venezianische Malerei

Gemälde:
Venus von Urbino
etc.

Architektur:
Gebäude glichen griechischen und römischen Tempeln.
Viele Säulen, Symmetrie, Dreieckdächer

Berühmter Architekt der Renaissance:
Palladio  ,Andrea di Pietro della Gondola,(1508 -1580 Ober-Italien)
Er verfasste auch Bücher über die Baukunst.

Bramante: 1444 – 1514,
Petersdom, Rom
etc.

Nördlich der Alpen:

In der Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Renaissence versuchten die Maler auch hier, die Dinge möglichst naturgetreu darzustellen. Obwohl die Erkenntnisse aus Italien, wie z.Bsp. Zentral-Perspektive und Geometrie, hier noch nicht angekommen waren, gelang ihnen dies dank Erfahrung und genauem Beobachten.

Unabhängig voneinander, aber ungefähr zur selben Zeit, entstanden südlich wie nördlich der Alpen folgende Erneuerungen in der Kunst:

Erfassung der Natur

Darstellung von Landschaft

Entstehung des Portraits

Altniederländische Malerei (1420-1580) im Spät-Mittelalter

Flandern ist wie Florenz eine äusserst florierende Gegend in der Zeit des Umbruchs (Ende Mittelalter).
Auch hier zeigt sich der Wandel in der Malerei.
Gemalte religiöse Themen erhalten allmählich eine reale Umwelt.
Darstellung von Körper und Raum wird mit Leidenschaft vorangetrieben,
Ohne theoretische Kenntnissse der Geometrie, gelang es den Malern mit Hell-Dunkel Effekten und Verkleinerung der Dinge, Tiefe im Bild entstehen zu lassen.

Im Gegensatz  zur in Italien verwendeten Fresco Malerei, verwendeten die nördlichen Maler eine Mischtechnik, die sehr leuchtende Farben hervorbrachte.

Trotz einer einigermassen guten Wirtschaftslage erschütterten Kriege und Pestepidemien auch hier den Glauben der Menschen an Gott.
Die schwindende Autorität der Kirche und soziale Unruhen tragen zu einer allgemeinen Verunsicherung bei.

Wichtige Künstler dieser Epoche nördlich der Alpen:

Spät-Mittelalter
Jan van Eyck (Flamen, Belgien) 1390 – 1441, verfeinert die Technik der Ölmalerei und schafft mit dem Gemälde Verlobungsbild Arnolfini einen neuen Realismus

Renaissance:

Hieronymus Bosch (Niederlande) 1450 – 1515 (religiöse Themen)
Er schafft apokalyptische Visionen mit moralischem Anspruch: seine Bilder vermitteln den Eindruck, dass die Hölle immer und überall auf der Erde herrscht.

Albrecht Dürer (Nürnberg, Deutschland) 1471 -1528 (Weiterbildung in Italien). Er sah sich nicht mehr nur  als Handwerker sondern als echter Künstler im Sinn von Schöpfer.
In vielerlei Hinsicht ist Dürer ein absolutes Künstlertalent.
Bereits mit 13 Jahren zeichnet er mit Hilfe eines Spiegels sein Selbstportrait, ein absolutes Meisterwerk. Kein Künstler zuvor hatte je sich selbst portraitiert. Dürer signierte als erster Künstler ein Werk von sich. Sein Bild „Hase“ ist weltberühmt.
Er malte Landschafts Aquarelle, deren Grenzen aufgelöst scheinen, im Gegensatz  zum mittelalterlichen Anspruch, dass ein Bild bis in alle Ecken ausgemalt sein muss.
Albrecht Dürer achtet in seinem berühmten Selbstbildnis auf Maß und Proportion

Pieter Bruegel d. Aeltere (Niederlande) 1525 – 1569
Er hat vorwiegend das bäuerlich Leben seiner Heimat gemalt. 
Sein Sittenbild „Turmbau zu Babel“ hat auch eine lehrhafte Bedeutung.

Pieter Bruegel der Jüngere.

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Rogier van der Weyden malt ausdrucksstarke Porträts: Bildnis einer Dame.

Renaissance in Deutschland (1490-1540)

Aus verschiedenen gründen(Alpenbarriere und Politik) kommen die Ideen aus Italien in Deutschland mit 100jähriger Verspätung an.
Deutschland wird von der Reformation durchgeschüttelt.
Religiöse Bilder sind nicht mehr gefragt. Somit werden halt Landschaften und Portraits gemalt
Bildsprache verharrt aber vorerst weiterhin in der mittelalterlichen Tradition.
Es kommt also nicht so schnell zum künstlerischen Aufbruch wie in Italien.

Lucas Cranach der Ältere: bekanntestes Bild ist sein Portrait von Marthin Luther.
Lukas Cranach der Jüngere
Mathias Grünewald ist für außergewöhnliche Farbgebung und realistische Darstellung biblischer Themen bekannt: Christus am Kreuz.
Hans Holbeins Bildnis des Kaufmanns Georg Gisze beweist ein Gespür für Charakteristik und Detailgenauigkeit.
Albrecht Dürer: div. Selbstportraits, der Hase etc

Manierismus: (1530-1600)
eine eigene Stilrichtung/Epoche innerhalb der Renaissence, die sich ab 1520/30 entwickelte.
Mit Hilfe aller technischen Möglichkeiten gelingt es, eine extreme Gestaltung herbei zu führen, durch die der eigene Stil, eben die „Maniera“, aufgezeigt wird.

Im 16. Jahrhundert wurde Europa wiedermal aus den Fugen gehoben. Die Reformation und ihre daraus resultierenden Kriege, das Infragestellen der Autorität der Kirche, die Erkenntnis, dass die Welt nicht der Mittelpunkt des Universums ist, die Tatsache, dass die Erde eine Kugel ist und der Mensch nicht das Mass aller Dinge, liess die jungen Künstler an der erst gerade errungenen Harmonie in der Kunst zweifeln. Sie begannen eine neue Bildsprache zu suchen.

Jeder versuchte seine eigene Malweise (maniera) zu finden, um die klassische Schönheit noch zu überhöhen. Oft wird nun die asymmetrie betont, die Gliedmassen in die Länge verzogen, die Körper gewunden oder verdreht. Alles ist „überhöht“, auf die Spitze getrieben. Dies ist Manierismus.

Manierismus

Bis in die Hochrenaissance galt es, ausgewogene und kalkulierte Kompositionen zu schaffen, aber dann suchten die Künstler nach der Individualisierung ihrer Arbeit.
Jeder wollte seine eigene, unverkennbare „Maniera“ haben.
Das erreichten sie mit

Übertreibung, Übersteigerung und Verzerrung der Realität.

Die stille Grösse und edle Einfachheit der Antike, so wie die naturgetreue Nachahmung, die in der Renaissance angestrebt wurde, waren jetzt überholt.
Übertreibungen und Verzerrungen, wie auch das Arbeiten mit Allegorien waren nun Ziel der Künstler, sodass die Bilder oft nur noch von gebildeten Betrachtern verstanden wurden.
Wichtig war auch, Emotionen ins Kunstwerk einfliessen zu lassen.

Ein besonderes Merkmal des Manierismus war die so genannte „Figura serpentata“, die schlangenförmig verdrehte Figur des menschlichen Körpers.

Manierismus wurde später als Ausartung der Renaissance und deshalb negativ beurteilt.

Beispiel:
Guiseppe Arcimboldo malte Porträts aus Früchten, Gemüsen, Blumen oder Tieren, z.B. Der Frühling.
El Greco gelang teilweise ein visionärer Stil: z.Bsp. mit dem Werk „die Auferstehung Christi “ . (überlange Formen)
Bei Tintoretto finden wir ungewohnte Perspektiven und Lichteffekte, z.Bsp. „Das letzte Abendmal.“

Barock

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Rokoko

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Romantik

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Realismus

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Klassizismus

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Impressionismus

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Pointilismus

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Symbolismus

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Jugendstil

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Expressionismus

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Fauvismus

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Kubismus

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Orphismus

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Abstrakte Malerei

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Suprematismus

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Konstruktivismus

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Neue Sachlichkeit

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Sozialistischer Realismus

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Tachismus

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Dadaismus

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Abstrakter Expressionismus

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Neo-Expressionismus, Junge Wilde

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Pop Art

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Minimal Art

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Kinetische Kunst

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Op Art

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Western Desert Art

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Photorealismus

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Hyperrealismus

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