Rokoko, ca. 1730 – 1780

Rokoko wird als eigenständige Stilepoche der europäischen Kunst angesehen, obwohl sie eigentlich die Spät-Form des Barock mit Steigerung und Verfeinerung der Barocken Elemente ist.

Rokoko begann in Frankreich.
Der Begriff Rokoko kommt vom franz. Wort Rocaille, was Muschelwerk heisst. Denn im Rokoko werden in der Bau-Dekoration und an anderen Kunstgegenständen viele muschelförmige Ornamente verwendet.

Rokoko ist viel verspielter als Barock.
Diese Kunstform eignet sich auch wunderbar für kleinere Objekte wie Porzellan, Ausschmückungen, Möbel. Gesamthaft  wird die Schwere und das Drama des Barock aufgelöst und durch Ekstase, Leichtigkeit und mehr Helligkeit ersetzt. Die strenge Symmetrie des Barock (Gartenanlagen etc.) weicht der nun beliebten Assymetrie.
An Stelle dunkler Farben wie im Barock kommen nun Pastellfarben zum Einsatz.
Schlösser werden im Rokoko gemütlicher und wohnlicher. Neben den stattlichen Macht- und Prunkbauten des frühen Barock, liebt man nun Jagd- und Lustschlösschen.

Beispiel für Architektur des Rokoko: Schloss Sanssouci in Potsdam, erbaut 1745-47, Bauherr war der preussische König Friedrich II. (Friedrich der Grosse).

Schloss Sanssouci Hofdamenflügel

Hofdamenflügel des Schloss Sanssouci mit Bachanten und Bachantinnen Figuren

Ein schönes Beispiel ist auch die Amalienburg im Nympfenburger Schlosspark  (München)
Überbordende, grazile Verzierungen sorgen für elegante und feine Pracht.
Dieses kleine Rokoko – Schloss wurden von Kurfürst Karl Albrecht 1739 für seine Frau Maria Amalie in Auftrag gegeben und von dem berühmten Architekten François Cuvillies erbaut. Besonders prunkvoll ist der Spiegelsaal.

München - Schlosspark Nymphenburg: Amalienburg
Spiegelsaal der Amalienburg im Schlosspark Nymphenburg, München, fotograf Fred Romero

Rokoko Malerei:
Lichte, transparente Pastell-Farben kommen zum Einsatz. (rosa, weiss, helles Blau)
Das Drama und der Pathos des Barock weichen einer fröhlichen Leichtigkeit. Szenen sind häufig in stimmungsvolles und wärmeres Licht getaucht.
Ein grosser Unterschied liegt auch bei der Themenwahl. Beliebt sind Pastorale, also Schäferstücke oder andere spielerische, liebliche Szenen in idyllischer Landschaft.

Fragonard, Jean-Honoré (1732 – 1806): berühmtes Werk „die Schaukel“

Jean-Honoré Fragonard, „Die Schaukel“

Jean-Honoré Fragonard, „Der Schwarm von Amoretten“

Watteau, Antoine 1684-1721 z.Bsp. Einschiffung nach Kythera

Antoine Watteau, „Einschiffung nach Kythera“

François, Boucher (1703 -1770)

François Boucher, „Marquise de Pampadour

Vigée-Lebrun, Marie Elisabeth-Louise (1755 – 1842)

Marie Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun, „Marie Antoinette Königin von Frankreich „(1783), Tochter von Maria Theresia und Franz Stephan (Familie Habsburger)

Chardin, Jean Siméon (1699 – 1779) (er zeigt das Leben der arbeitenden Leute wie Wäscherinnen etc)

Jean-Babtiste Siméon Chardin, „Die Waschfrau“

Tiepolo, Giovanni Battista (1696 – 1770)

Giovanni Battista Tiepolo, „Engel mit Buch“

Giovanni Battista Tiepolo, „Apollo und Daphne“

Canal, Giovanni Antonio (Canaletto) (1697 – 1768)

Giovanni Antonio Canal, „Il Bucintoro“, Venedig