Olaf, Erwin

Niederlande
20. Jahrhundert / 21. Jahrhundert
Figurative Kunst / Zeitgenössische Kunst
Erwin Olaf

2012, Foto: Sebastiaan ter Burg

geb. 1959

Der niederländische Fotograf, mit vollem Namen Olaf Erwin Springveld, gilt als Meister der inszenierten Fotografie. Dabei lässt er sich von der Malerei inspirieren, von alten Meistern wie Rembrandt in seinem Frühwerk, für die aktuelleren Werke hingegen von Künstlern des 19. Jahrhunderts wie etwa Caspar David Friedrich oder Arnold Böcklin. In Kombination mit einer ausgefeilten Lichtführung erschafft er Fotografien, die beinahe wie Gemälde wirken. Seit den 2000 Jahren nutzt er digitale Bildbearbeitung und führt damit auf eindrückliche weise die Möglichkeiten visueller Manipulation vor Augen. Die Frage, was wir erkennen und was uns dazu verleitet, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Schaffen, das die Macht der Bilder in unserer Gesellschaft immer auch hinterfragt. Er setzt sich mit seiner Kunst für eine tolerantere Gesellschaft ein, wobei die Provokation seines Frühwerks dem Fokus auf Gefühle und Stimmungen gewichen ist. Stets bezieht er sich in seinem Werk zwischen auf polarisierende gesellschaftliche Debatten. Hinter makellos-plakativer Ästhetik werden gesellschaftskritische Fragen verhandelt. Dabei bleiben die Bilder jedoch bedeutungsoffen; es bleibt dem Betrachter überlassen, die Anspielungen zu interpretieren.