Behrens, Peter

Wilhelm Weimer - Bildnis Peter Behrens, 1901

1901, Foto: Wilhelm Weimer

1868 – 1940

Der deutsche Architekt, Maler, Designer, Illustrator, Typograf und Kunsthandwerker ist vorwiegend bekannt als erster Industriedesigner und Pionier der sachlichen Architektur. Er war ursprünglich als Künstler und Kunsthandwerker des Jugendstils tätig und fand eher zufällig zur Architektur, als er vom Grossherzog Heinz-Ludwig zur Darmstädter Künstlerkolonie eingeladen wurde, wo er die Gelegenheit bekam, ein eigenes Haus zu konzipieren. Als Architekt war er Autodidakt. Er war zudem der Erfinder des Corporate Designs (vom Logo bis zu den Produkten einer Firma alles in einem einheitlichen Stil gestaltet) und entwarf Schriften. Bemerkenswert war an seinen frühen Bauten, dass diese zwar noch im Jugendstil verwurzelt waren, sich jedoch mit ihrer Strenge, Schlichtheit und Vereinfachung von diesem entfernten, womit Behrens den ersten Schritt weg vom dekorativen Stil hin zur Moderne beging. Behrens bekanntester Bau ist die Turbinen Fabrik der AEG in Berlin, deren Bedeutung für die Architektur unter dem historischen Kontext betrachtet werden muss. Die Industrialisierung und der damit einhergehende Bau von Fabriken verlangte eine neue Herangehensweise, die den räumlichen und funktionellen Erfordernisse angepasst war. Behrens vermied dabei die traditionelle Architektur nicht völlig: das Resultat erinnert an einen klassischen Tempel, dessen Fronten jedoch von Glas und Stahl dominiert werden. Ein weiteres Meisterwerk der Industriearchitektur ist das Technische Verwaltungsgebäude der Hoechst AG in Frankfurt am Main. Auch Behrens Angestellte sollten später in die Geschichte der Architektur eingehen. In seinem Architekturbüro arbeiteten drei grosse Namen der nachfolgenden Generation: Le Corbusier, Mies Van der Rohe und Walter Gropius.